Erfolgskriterien für ihre Baustellen. In vielen Planungen und Kalkulationen für Hochbau-Projekte wird der Aufwand für die Höhenzugangstechnik (Gerüste/Aufzüge/Arbeitsbühnen) massiv vernachlässigt.

Da diese Aufwendungen am fertigen Bauwerk „unsichtbar“ bleiben, erscheint das psychologisch nachvollziehbar – wer zahlt schon gerne für etwas, dessen Nutzen ihm nicht klar ist.

Nachfolgend bringen wir in praxisrelevanter Reihenfolge ein wenig Licht ins Dunkel:

  1. Kosten

Auch wenn wir uns das alle anders wünschen würden, bleibt festzuhalten, dass in der Vergabepraxis der Preis immer an erster Stelle steht. Wenn das bei eindeutig vergleichbaren Warenlieferungen auch sinnvoll sein mag, so ist das bei einer komplexen Dienstleitung aus Kostensicht selten eine gute Idee. Hier gilt der Leitspruch: „Wer billig kauft, zahlt am Ende drauf“!

Der Gesamtkostenanteil von Gerüstbauleistungen bei Neubau und Sanierung liegt zwischen 3% und 5%; der Verzugs-Kostenanteil dieses Gewerks liegt bei 20%+;

„Mit welchen Maßnahmen kann ich schon bei der Vergabe entsprechende Verzugskosten vermeiden?“ müsste sich jeder Bauherr bei dieser Kostensituation fragen.

Tipp: „Schreiben Sie die Vorplanung (je nach Objekt auch als 3D-Planung) als gesonderte Position aus!“ So erkennen Sie und alle beteiligten Gewerke Kollisionspunkte; Sie vermeiden Terminverzug und ungeplante Umbaukosten, Nachtragsleistungen und Verzugs-/Beschleunigungskosten der Ausbaugewerke.

Die Berufsgenossenschaften melden jährlich ca. 30 tödliche Unfälle durch Absturz unter den jährlich ca. 100.000 meldepflichtigen Arbeitsunfällen. Neben dem menschlichen Leid für den Betroffenen, entstehen den Berufsgenossenschaften pro Jahr ca. 1,6 Milliarden Euro an Entschädigungsansprüchen der Versicherten. 

Seit 2019 hat der Gesetzgeber mit der TRBS2121 eindeutig die Verantwortlichkeiten zwischen Gerüstersteller und Gerüstnutzer geregelt. In der Praxis bedeutet das neben einem erhöhten Dokumentationsaufwand (Klare Haftungszuweisung) auch einen erhöhten Montageaufwand (Unfallverhütung).

Tipp: Schreiben Sie die Beachtung der TRBS2121 explizit in die Vorbemerkungen UND kontrollieren Sie deren Einhaltung, ansonsten richten sich die Haftungsansprüche primär an den Bauherren oder seinen Bauleiter/Architekten.

Sowohl die TRBS2121 als auch cloudbasierte Dokumentations-Tools (www.scaffeye.de ) werden heute als „Stand der Technik“ angesehen, was sich in aktuellen Gerichtsurteilen bereits wiederspiegelt; Unwissenheit ist kein Haftungsausschluss!

Ein reibungsloser Zugang zu Arbeitsplätzen in der Höhe bringt neben einer Verringerung des Kosten- und Zeitaufwandes auch eine Erhöhung der Qualität des fertigen Bauwerks .

Weitere Erfolgskriterien:

Fazit des Deutschen Instituts für Höhenzugangstechnik (www.dihz.de ) :

Je nach Projektgröße ist der professionelle Gerüstbau als Gewerk eines der Erfolgskriterien, von dessen Vorplanungsqualität und Termintreue viele Hochbaugewerke – und somit der Erfolg der ganzen Baustelle abhängen.

Beim Klimaschutz gilt: 1€ Investition in Klimaschutz erspart 15€ Aufwand für Klimaschäden; im Gerüstbau schätzen wir diese Quote ähnlich hoch, denn neben den „harten, baustellenspezifischen Faktoren“ müssen die die nicht erfassten Folgekosten durch Unfall und Bauzeitenverschiebung eingerechnet werden – hinzu kommen die „weichen Faktoren“, wie dem Stresslevel der Baubeteiligten und dem planerischen Zeitaufwand für die Beseitigung von Ablaufveränderungen.

Merksatz: „Die Wahl eines „guten“ Gerüstbauers, statt einem „Anderen“ ist beim Bauen erfolgsentscheidend.

Dipl.-Ing. Tom Köhler, tom@dihz.de

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